Roman fertigschreiben mit WOOP

WOOP ist eine mentale Strategie, mit der du die Wahrscheinlichkeit erhöhst, dass du dir den Wunsch des fertigen Romans erfüllst. Einfach, effektiv und wissenschaftlich fundiert.

Einen Roman zu schreiben, ist ein großes Ziel. Viele träumen davon, aber nur wenige schaffen es. Es ist im Grunde so wie mit dem Abnehmen, dem Mehr-Sport-machen, dem Gitarre-spielen-lernen und anderen guten Vorsätzen. Am Anfang ist man noch motiviert, aber bald reißt die Disziplin ein und man sitzt doch wieder häufiger mit Schokolade und einem Glas Wein auf dem Sofa und sieht fern … und irgendwann verfolgt man das Ziel gar nicht mehr.

Der Knackpunkt: Wir träumen von dem Erfolgserlebnis.

Träumen soll man ja auch. Es gibt unzählige „Dream big“-Motivationsbildchen, die im Internet kursieren und unsere Motivation anstacheln sollen. Dass man nach dem Träumen auch handeln muss, ist schon irgendwie klar, aber daran scheitern viele dann eben doch. Zumindest langfristig.

Hindert uns das Träumen am Erreichen von Zielen?

Die Psychologie-Professorin Gabriele Oettingen hat jahrelang auf diesem Gebiet geforscht und ist der Frage nachgegangen, ob das Träumen überhaupt hilfreich ist beim Erreichen von Zielen. In dem Buch Die Psychologie des Gelingens stellt sie ihre Forschung vor und – Spoiler! – eins der Ergebnisse ist:

Wenn wir uns vorstellen, wie gut es sich anfühlt, ein Ziel erreicht zu haben, entspannen wir uns. Die Energie, das Ziel tatsächlich zu erreichen, fehlt uns. Denn wir fühlen uns durch die Vorstellung ja schon glücklich und entspannt.

Die Wahrscheinlichkeit, das Ziel tatsächlich zu erreichen, verringert sich.

Oettingen und Kollegen haben in verschiedenen Versuchen ihre Testpersonen unterschiedliche Strategien verfolgen lassen, um persönliche Ziele zu erreichen – das zu lesen ist sehr interessant und aufschlussreich. Wer mehr Träume und Motivation erfahren möchte, dem lege ich das Buch ans Herz. Aber in diesem Artikel springe ich gleich zu der erfolgreichen WOOP-Strategie, die Oettingen & Co. aus ihrer Forschung entwickelt haben.

WOOP: Wünsche identifizieren und erfüllen

Hinter dem Akronym WOOP stehen die Begriffe Wish, Outcome, Obstacle und Plan. Folgendermaßen wendest du WOOP für dein Ziel, deinen Roman fertigzuschreiben, an:

Wish (Wunsch) – Überlege dir, was dein Wunsch (bzw. dein Ziel) ist. Er sollte für dich eine Herausforderung sein, aber auf jeden Fall auch erreichbar. Zum Beispiel: Ich will meinen Roman in drei Monaten fertiggeschrieben haben.

Outcome (Ergebnis) – Nimm dir ein paar Minuten und stelle dir vor, wie es sich anfühlt, wenn du dieses Ziel erreicht hast. Zum Beispiel: Das gedruckte Buch in deinen Händen. Wie du eine Lesung hältst. Begeisterte Leser, die nach einer Widmung fragen.

Obstacle (Hindernis) – Stelle dir ebenso lange und genauso intensiv vor, was die Hindernisse sind, die dich davon abhalten können, dieses Ziel zu erreichen. Zum Beispiel: Ich bin den ganzen Tag eingespannt und abends oft zu müde. Oder: Plötzlich bekomme ich eine andere Idee, die ich unbedingt verfolgen möchte. Oder: Manchmal stecke ich einfach fest, weiß nicht weiter und beginne an mir zu zweifeln.

Plan – Überlege dir für die größten Hindernisse, die du identifiziert hast, wie du sie überwinden kannst. Lege vorab einen Plan fest, was du tun wirst: Wenn …, dann … Zum Beispiel: Wenn ich mich abends zu müde fühle, dann setze ich mich trotzdem zumindest 30 Minuten an das Manuskript. Oder: Wenn ich eine andere Idee bekomme, dann nehme ich mir höchstens 15 Minuten Zeit, um sie detailliert in einem Notizbuch aufzuschreiben und für später zu merken. Oder: Wenn ich mit der Geschichte nicht weiter weiß oder an mir zweifle, dann unterhalte ich mich mit x darüber. 

Mit dieser mentalen Vorbereitung – der Verknüpfung deines Traums (Wunsch) mit der Realität (Hindernis) und dem Aufstellen eines Wenn-Dann-Plans – steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du dein Ziel erreichen wirst. So simpel und effektiv! Das darf bei einem mittelfristigen Ziel wie dem Romanschreiben natürlich nicht in Vergessenheit geraten! Daher ist es hilfreich, wenn du dir z. B. immer nach dem Aufstehen dein WOOP vergegenwärtigst.

Probiere es aus! Du wirst davon profitieren.

In diesem Video wird die Idee hinter WOOP noch einmal zusammengefasst. Weitere Infos gibt es auf der WOOP-Webseite.