Konzentration steigern und fokussiert schreiben können

Meditation für Anfänger
Kannst du dich beim Schreiben manchmal nicht konzentrieren? Deine Gedanken schweifen ab? Im Hinterkopf melden sich ständig Dinge, die du eigentlich noch tun solltest, wie der Abwasch, Einkauf, Wäsche, ein Gefallen für einen Freund? Oder Gedanken, die dich belasten, wie Beziehungsprobleme, Geldsorgen, Stress auf der Arbeit? Vielleicht denkst du, dass du in dieser Situation unmöglich an deinem Buch weiterschreiben kannst. Erst mal solltest du reinen Tisch machen, den Kopf frei kriegen, um dich voll und ganz auf das Schreiben einlassen zu können.

Nun, die schlechte Nachricht: Das wird nie passieren.

Es gibt immer etwas zu tun. Und immer etwas, worüber man sich Sorgen machen kann. Der Moment, an dem du nichts anderes machen brauchst, als dich auf dein Buch zu konzentrieren, wird niemals kommen. Wie kannst du also mit all diesem Ballast, der permanent in deinem Kopf herumschwirrt, umgehen?

Eine Möglichkeit ist, das Loslassen von Gedanken zu üben. Dabei geht es nicht darum, sich solche Gedanken zu verbieten oder sie komplett für die Zeit einer Schreibsession auszusperren. Viel mehr ist es eine Übungssache zu bemerken, dass die Gedanken gerade abschweifen und den Fokus dann wieder sanft auf das Schreiben zurückzubringen. All die Gedanken, die einem kommen, sind okay. Ja, du hattest Streit mit einer Freundin – das ist okay. Ja, es gibt eine neue Folge deiner Lieblingsserie – das ist okay. Ja, du musst unbedingt noch eine Rechnung überweisen und eine Mail beantworten – das ist alles okay. Betrachte die Gedanken und dann lasse sie wieder los und konzentriere dich auf das Schreiben deines Buchs.

Das klappt natürlich nicht auf Anhieb.

Am besten funktioniert es, wenn du eine tägliche Übung machst, um deine Gedanken zu fokussieren. Zehn Minuten jeden Tag reichen aus.

10 Minuten Konzentrationsübung am Tag

Setze dich dazu an einen ruhigen, bequemen Ort. Stell dir einen Timer auf zehn Minuten. Schließe deine Augen und konzentriere dich auf deinen Körper: Wie fühlt sich der Stuhl unter dir an? Wie fühlt sich dein Körper an? Atme ganz natürlich und höre auf deinen eigenen Atemrhythmus. Deine Gedanken werden in den zehn Minuten abschweifen – das ist okay. Sobald es dir auffällt, konzentrierst du dich wieder auf deinen Körper und deine Atmung. Zähle ruhig mit: Einatmen – 1. Ausatmen – 2. Einatmen -3. Bis du bei zehn ankommst; fange dann wieder von vorne an. Wenn du zwischendurch vom Zählen abkommst, weil deine Gedanken wieder woanders waren, zähle einfach dort weiter, wo du aufgehört hast, oder fange wieder bei eins an.

Diese Übung wird am Anfang vielleicht nicht ganz einfach sein. Vielleicht stellst du fest, dass deine Gedanken die meiste Zeit auf Wanderung waren. Aber wenn du diese Übung regelmäßig wiederholst, wirst du feststellen, dass es dir leichter fällt, die Gedanken ziehen zu lassen. Etwas poppt in deinem Kopf auf, du betrachtest es und lässt dann los.

Genau das wird dir helfen, wenn du an deinem Manuskript arbeitest. Du schreibst und wenn deine Gedanken irgendwann abschweifen, wirst du es viel schneller merken und deinen Fokus wieder sanft zurück auf das Schreiben lenken können.

App-Tipps zum Meditieren

Diese Konzentrationsübung findet man auch beim Meditieren wieder. Wenn du Gefallen an dem Thema findest, kannst du zum Beispiel auf der Seite Yoga Vidya mehr über Mediationen für Anfänger erfahren. Wenn deine Englisch-Kenntnisse okay sind, empfehle ich Headspace und die kostenlose App dazu (Headspace auf iTunes, Headspace im Google Play-Store, Headspace als Amazon App). Denn hier bekommst du mit „Take10“ einen 10-Tages-Workshop. Jeden Tag bringt dir Andy Puddicombe in zehn Minuten näher, wie du deinen Kopf zur Ruhe bringst. Außerdem gibt es wirklich gute Animationen, die dir beispielhaft zeigen, was während einer Meditation in deinem Kopf vorgeht.

Es ist für Anfänger ein hervorragender Einstieg, ohne den ganzen Esoterik-Beigeschmack. Schau selbst:

Headspace – How it works

 

Ein weiterer Tipp sind Apps, um die Zeit zu timen. Du willst aus deiner Konzentrationsübung ja nicht unbedingt durch ein Handy-Klingeln gerissen werden. Stattdessen nutze ich eine angenehme Hintergrundmusik oder -geräusche, die sich nach abgelaufener Zeit einfach selbst ausstellen.

Dies hilft mir auch beim Schreiben. Ich nutze dieselbe Geräuschkulisse – stelle den Timer aber dann auf 1,5 Stunden –, um mich in die richtige Stimmung zu begeben. Mein Kopf ist mittlerweile so konditioniert, dass er sofort umschalten kann. Achtung: Jetzt wird sich konzentriert!

Ich persönlich nutze derzeit zwei Apps in Kombination dazu:

Oriental von App Camelot© mit der Melodie „Einsamkeit des Himalaya“ und gleichzeitig Relax Sounds von Michael Szumielewski mit „Strand“ als Hintergrundgeräusch. Den Timer für die Strandgeräusche stelle ich immer ein bis zwei Minuten länger als die Melodie, damit die Kulisse nicht so abrupt abbricht. Denn ehe man sich versieht, ist man so im Flow, dass man auch nach den 1,5 Stunden noch unbedingt die aktuelle Szene zu Ende schreiben muss.

Apps mit entspannenden Hintergrundgeräuschen und -musik gibt es übrigens viele, auch kostenlose. Stöbere einfach selbst ein wenig herum und schaue, was dich anspricht. (Falls dich der Atem von Darth Vader in deinem Nacken anspornt, wirst du bei Relax Sound fündig. ;))